Calima Fuerteventura was tun ?
Calima Fuerteventura – was tun, wenn der Saharawind kommt?
Calima Fuerteventura — für die meisten Urlauber ein unbekanntes Wort, bis sie es selbst erleben: der Himmel färbt sich gelblich-orange, das Meer verschwindet im Dunst, und die Luft riecht plötzlich anders. Kein Grund zur Panik — aber gut zu wissen, was da gerade passiert und wie man die Zeit trotzdem genießt.
Was ist eine Calima überhaupt?
Normalerweise bestimmt der Passat unser Wetter — ein beständiger Nordostwind, der frische Atlantikluft bringt und die Insel angenehm kühlt. Bei einer Calima Wetterlage dreht der Wind auf Ost bis Südost und bringt stattdessen heiße, trockene Luft direkt aus der Sahara mit — nur rund 100 Kilometer trennen uns von der afrikanischen Küste, weshalb Fuerteventura unter allen Kanaren-Inseln meist am stärksten betroffen ist. Der feine Saharastaub steigt durch Sandstürme hoch in die Atmosphäre, wird über den Atlantik getragen und legt sich dann wie ein Schleier über die Insel. Die Sicht verschwimmt, der Horizont löst sich auf, und die Sonne wirkt oft nur noch wie eine matte gelb-orange Scheibe.
Die Costa Calma bildet hier aufgrund Ihrer besonderen Lage an der schmalsten Stelle der Insel eine Ausnahme die Calima ist hier durch den Westwind und aufkommenden ablandigen Wind wesentlich erträglicher.
Wie oft und wie lange dauert das?
Eine Calima kann mehrmals im Jahr auftreten — manche Jahre bis zu zehnmal, meist aber deutlich seltener spürbar stark. Am häufigsten und intensivsten ist sie im Winter, vor allem im Januar und Februar, wenn der Passat schwächer wird und der Sahara-Hochdruck mehr Raum bekommt. Aber auch im Hochsommer, gerade jetzt im August, ist sie keine Seltenheit — dann kommen zur ohnehin schon sommerlichen Hitze noch einmal mehrere Grad obendrauf, an einzelnen Tagen auf über 35, in Ausnahmefällen sogar über 40 Grad. Die meisten Episoden sind nach zwei bis drei Tagen wieder vorbei, sobald der beständige Westwind — genau der, der besonders an der Costa Calma im Sommer für Top-Windsurf- und Kitebedingungen sorgt — die Calima wieder zurück Richtung Afrika drückt und frische Meeresluft bringt. Länger als vier, fünf Tage hält sich eine Calima nur sehr selten.
Was macht sie mit der Insel?
Am auffälligsten ist die eingeschränkte Sicht — bei stärkeren Episoden verschwinden selbst nahe Berge im Dunst, und wer sonst bis nach Lanzarote sehen kann, erkennt bei Calima manchmal kaum die nächste Bucht. Die Luftfeuchtigkeit sinkt spürbar, die Haut fühlt sich schnell trocken an, und wer empfindliche Augen oder Atemwege hat, merkt das als Erstes. Ein kurioses Detail am Rande: Mit dem Sahara-Wind werden gelegentlich auch erschöpfte Schwalben auf die Insel getragen, die ihre lange Reise über den Atlantik nicht ganz geschafft haben — Fuerteventura liegt der afrikanischen Heimat der Vögel einfach am nächsten.
Was tun während einer Calima?
Das Wichtigste zuerst: eine Calima ruiniert keinen Urlaub, sie verändert ihn nur für ein paar Tage. Wer empfindlich auf Staub oder Hitze reagiert, verlegt anstrengende Aktivitäten — lange Wanderungen, Radtouren, Sport in der Mittagshitze — einfach auf die frühen Morgenstunden oder auf die Zeit nach der Calima. Viel trinken hilft gegen die trockene Luft, Augentropfen und Feuchtigkeitscreme gegen gereizte Augen und Haut. Fenster zu, vor allem wenn der Wind kräftiger bläst — sonst liegt am nächsten Morgen eine feine Staubschicht auf jeder Oberfläche im Apartment.
Die gute Nachricht: Baden und Bootsausflüge sind weiterhin möglich, das Meer selbst spürt von der Calima kaum etwas — nur eben mit getrübtem statt kristallklarem Ausblick. Auch unsere 7 Auto-Touren lassen sich bei Calima ganz normal fahren — einzig die Weitsicht von den Miradores aus leidet, der Rest der Tour bleibt unverändert. Wer die Zeit lieber drinnen verbringt, nutzt sie für genau das, was in der prallen Sonne sonst zu kurz kommt: in Ruhe durch die Orte der Insel bummeln, eines der kleinen Museen in Betancuria oder Antigua besuchen, ein ausgiebiges Mittagessen mit kanarischer Küche genießen, oder in Ruhe durch die Läden in Costa Calma stöbern — bei 1STone Art & Design zum Beispiel gibt’s handgefertigten Edelsteinschmuck und Zeit für ein entspanntes Gespräch, ganz ohne Zeitdruck.
Der Blick fürs Besondere
So unangenehm der Staub sein kann — eine Calima hat auch ihre eigene, seltsame Schönheit. Das gedämpfte, gelb-goldene Licht taucht die ganze Insel in einen Ton, den man sonst nirgends sieht, und gerade Sonnenuntergänge bekommen während einer Calima eine fast schon dramatische Farbtiefe. Wer mit der Kamera unterwegs ist, findet hier Motive, die man an einem gewöhnlichen, klaren Tag nie bekommen würde. Ein staubiger Tag auf Fuerteventura ist also kein verlorener Tag — nur ein anderer.