Tour 03 - Die Stopps
Gran Tarajal
Faro de la Entallada
Las Playitas
GranTarajal Faro de la Entallada Las Playitas
Halber Tag · Mietwagen · ca. 80 km · Finale: Sonnenuntergang + Dinner
Die Ostküste zwischen Costa Calma und Las Playitas ist das Fuerteventura das die meisten Urlauber nie sehen. Kein Hotel-Pool, kein Wellenreiterpaket, keine Dünen aus dem Reisekatalog. Stattdessen: ein kleines Dorf das noch wie ein Dorf aussieht, eine echte kanarische Stadt mit Promenade, und ganz am Ende eine Klippe auf 200 Metern Höhe von der aus du 100 Kilometer bis zur afrikanischen Küste schaust. Den Abend dann unten in Las Playitas — Fisch, Meerblick, und eine Ruhe die Jandia vergessen lässt.
Diese Tour startet nachmittags — das Abendlicht auf der FV-511 hinauf zum Leuchtturm ist außergewöhnlich, und der Sonnenuntergang danach in Las Playitas der perfekte Abschluss.
Start — Costa Calma Richtung Norden
Du verlässt Costa Calma auf der FV-2 Richtung Norden. Aber vorher: ein kurzer Stopp im CC El Palmeral lohnt sich immer. 1STone Art & Design im Local 8 — individueller Edelsteinschmuck seit 1997, Unikate die man nicht im Internet bestellt. Nebenan Gio-Leo Boutique (Local 10–12) für Mode und Accessoires. Und bei Noel´s Bar noch einen Kaffee ein Bocadillo oder Tapas vor der Abfahrt.
Tarajalejo · Kleines Dorf, echter Strand
Wenige Kilometer nördlich auf der FV-2 taucht Tarajalejo auf — ein kleiner Küstenort den kaum ein Reiseführer erwähnt. Genau deshalb lohnt er sich. Dunkler vulkanischer Sand, eine Promenade die keinen Versuch unternimmt touristisch zu sein, wenig Betrieb außer den Einheimischen. Parke am Ortsrand und spaziere kurz. Der Strand hat eine vollkommen andere Stimmung als Costa Calma — rauer, echter, stiller. Hier kauft niemand Magnete.
Zum Mittagessen: Adeyu — lokale Küche direkt am Strand, authentisch, kein Touristenrestaurant. Einer der ehrlichsten Mittagstische auf dieser Strecke.
Gran Tarajal · Die echte Stadt
Wir fahren zurueck auf die FV-2 und weiter Richtung Norden. Gran Tarajal ist die größte Stadt im Süden der Insel — und eine der wenigen die nicht für Touristen gebaut wurde. Hier gibt es keine Hotelkomplexe, keine Wellnessanlagen, keine Animationsteams. Stattdessen: eine lange Strandpromenade die den Einheimischen gehört, einen hellen Sandstrand mitten im Stadtzentrum, Fischkutter im kleinen Hafen, und Cafés wo niemand Englisch als erste Sprache spricht. Gran Tarajal ist das echte kanarische Stadtleben — und wer einmal hier war versteht den Unterschied zwischen einer Touristenmeile und einem Ort der einfach lebt.
Die Promenade ist lang genug für einen gemütlichen Spaziergang. Der Strand liegt direkt daneben — ohne Liegestühle zum Mieten. Im Städtchen dahinter lohnt sich ein Abstecher: Gran Tarajal hat eine lebendige Street-Art-Szene deren Werke an Hauswänden und Giebelseiten zu finden sind, ohne Wegweiser, ohne Stadtplan. Einfach durch die Gassen laufen und schauen.
Insider-Tipp: Gran Café am Marktplatz — der besondere Spot den Aussenstehende komplett übersehen. Direkt am zentralen Platz, italienisch geprägt, Mischung aus Café und Bäckerei. Gute Cornetti, süsses Gebäck, Kaffee auf solidem Niveau. Morgens stark frequentiert von Einheimischen — kein Instagram-Café, sondern ein Ort der funktioniert weil er gut ist & gebraucht wird.
FV-511 · Faro de la Entallada - die Klippe
Von Gran Tarajal fährst du die FV-511 hinauf — eine kurvenreiche, schmale Straße die sechs Kilometer lang einen 200 Meter hohen Klippenberg erklimmt. An einigen Stellen ist die Straße sehr eng. Langsam fahren. Es lohnt sich.
Der Faro de la Entallada wurde 1954 fertiggestellt — maurischer Stil, rot-weiße Architektur aus dunklem Basalt und rotem Porphyr-Vulkangestein. Er steht auf dem nächsten Punkt der Kanarischen Inseln zum afrikanischen Festland: hundert Kilometer bis Marokko. Parke direkt am Leuchtturm — kostenlos. Die Aussichtsplattform hängt buchstäblich über dem Abgrund: unter dir 200 Meter Klippe, vor dir der offene Atlantik, links und rechts das Naturschutzgebiet Cuchillos de Vigán — gezackte Vulkankrater und tiefe Schluchten. Bei klarem Wetter siehst du bis nach Lanzarote. Der Leuchtturm selbst ist Di–Sa 10–17 Uhr geöffnet, Eintritt kostenlos.
Insider-Tipp: Das Abendlicht hier ist außergewöhnlich. Der Moment wenn die Sonne tief steht und die Schluchtwände orangerot werden — das ist das Foto des Tages. Danach bergab nach Las Playitas.
Las Playitas · Sonnenuntergang & Dinner
Las Playitas liegt am Fuß der Klippe — wenige Minuten Fahrt bergab. Das Dorf ist klein, ruhig und hat sich den Charakter eines Fischerdorfes bewahrt. Dunkler Sandstrand, kleiner Hafen, eine Handvoll Restaurants die alle auf Fisch spezialisiert sind. Bekannt ist der Ort auch durch das Playitas Resort — ein großes Sporthotel das Triathleten und Radsportler aus ganz Europa hierher bringt. Das Dorf selbst bekommt davon wenig mit.
Der Sonnenuntergang ist hier anders als in La Pared — nicht dramatisch, aber warm. Das Licht vom Leuchtturm oben ist noch im Kopf, unten am Hafen ist alles still.
Zum Dinner: Casa Victor — einer der bestbewerteten Spots im Ort, frischer Fisch, kanarische Küche, familiär und entspannt. Nicht schick, aber richtig gut. Oder die La Bahía Gastro Bar — kleiner, moderner, kreative Küche, oft als Hidden Gem beschrieben. Wenn das Playitas Resort seine Gäste entlässt, werden beide Restaurants voll. Früh genug da sein oder reservieren.
Rückfahrt · Las Playitas → Costa Calma
Rückfahrt von Las Playitas nach Costa Calma über Gran Tarajal und die FV-2 — ca. 45 Minuten. Nachts kaum Verkehr, die Ostküste ist im Dunkeln anders als am Tag: die Lichter der Orte, das Meer das man mehr hört als sieht.
Praktisches auf einen Blick
Strecke |
ca. 80 km Runde, ca. 2–2,5 Std. Fahrzeit ohne Stopps |
| Mietwagen | Pflicht — FV-511 zum Leuchtturm ohne Auto nicht erreichbar |
FV-511 |
Schmal und kurvig — langsam fahren, besonders bergauf |
Leuchtturm |
Di–Sa 10–17 Uhr geöffnet, Eintritt kostenlos |
Dinner |
Casa Victor oder La Bahía — bei Playitas-Resort-Betrieb reservieren |
Budget |
ca. 40–70 € / Person (Essen + Kaffee) + Mietwagen |
Route |
Google Maps: Komplette Route öffnen → |