Tour 05 - Die Stopps
La Oliva
Calderon Hondo
El Cotillo
Tour 05 - La Oliva · Lajares · Calderón Hondo · El Cotillo
Ganzer Tag · Mietwagen · ca. 215 km · Finale: Sonnenuntergang an den Lagunen von El Cotillo
Diese Tour führt in den Norden — und der Norden ist ein anderer Planet. Kein Strandleben, keine Hotelkomplexe, keine Touristenpromenade. Stattdessen: ein Kolonialpalast der auf einer Insel wie dieser nichts zu suchen hat und trotzdem hier steht, ein Dorf das Spitzenklöppelhandwerk und Surf-Kultur unter einem Dach vereint, ein Vulkankrater den man in 90 Minuten umwandern kann — und am Ende ein Sonnenuntergang über dem Atlantik der fast stiller und schöner ist als alles was man im Süden kennt.
Start - Jandia · Costa Calma Richtung Norden
Die FV-2 Richtung Norden, vorbei an der Sotavento-Lagune und den Windparks. Die Strasse bleibt lange gerade, das Meer rechts, Lavafelder links. Hinter Puerto del Rosario verlässt man die Ostküste und biegt auf die FV-10 ins Inselinnere ab — ab hier ändert sich die Landschaft sofort. Keine Küste mehr als Orientierung, stattdessen eine weite, trockene Ebene die sich bis zum Horizont dehnt. Die Vegetation verschwindet fast vollständig. Kurz vor La Oliva sieht man rechts die Montaña de Tindaya — ein 400 Meter hoher Solitärkegel aus hellem Trachyt der aus der flachen Ebene aufragt als wäre er dort abgestellt worden. Wenige Minuten später: La Oliva.
La Oliva · Kolonialpalast im Niemandsland
Man fährt in den Ort hinein und sieht ihn sofort: die Casa de los Coroneles, das längste historische Gebäude der Kanarischen Inseln. Strahlend weisse Fassade, wehrharte Ecktürme, dunkle Kiefernholzbalkone — ein Gebäude das in eine andere Epoche gehört und trotzdem genau hier steht, mitten in der kargen Nordebene. Im 18. Jahrhundert regierten die Militärobersten der Insel von La Oliva aus Fuerteventura wie absolute Herrscher. Heute ist es ein Museum. Di–Sa geöffnet, Eintritt moderat.
Direkt daneben die Kirche mit dem markanten schwarzen Lavaturm — ein starker Kontrast zu den weissen Mauern. Kaffee danach im El Patio, versteckt im schattigen Innenhof eines Kolonialgebäudes nahe dem Palast. Cortado, Mandelkuchen — der beste Kaffeestopp des Nordens. Vor 10:30 Uhr ankommen: dann gehört der Ort einem allein. Danach kommen die Busse.
Von La Oliva nach Lajares FV-10 westwärts
Von La Oliva auf der FV-10 weiter westwärts — zehn Minuten, flach, kein Ort dazwischen, nur die offene Nordebene mit Staub und Wind. Die Strasse läuft schnurgerade durch das Lavafeld. Dann: Lajares. Man fährt nicht in ein Zentrum, sondern in eine Abfolge von Verdichtungen — einzelne Häuser, dann dichter, dann die Hauptstrasse.
Lajares Bäckerei · Windmühlen · Surfer-Vibe
Lajares ist kein Küstenort und macht auch keinen Versuch einer zu sein. Das Dorf liegt genau in der Mitte zwischen Corralejo im Osten und El Cotillo im Westen — zehn Minuten von beiden Küsten — und genau das macht es zum Basislager des Nordens. Europäische Surfer entdeckten diese Lage in den 1980er Jahren. Seitdem existieren das alte Spitzenklöppelhandwerk und die Surfkultur friedlich nebeneinander.
Mittagsrast hier: La Paneteca ist die Sauerteigbäckerei des Nordens — echter Sauerteig, lange Teigreife, kräftige Kruste, Focaccia, Zimtschnecken. Morgens oft Schlange bis auf die Strasse — früh kommen, das Brot ist schnell weg. Für Croissants und Pan au Chocolat: El Goloso direkt gegenüber. Am nördlichen Ortsrand stehen zwei historische Windmühlen auf einem Hügel — Molino und Molina nebeneinander, eines der schönsten Fotomotive des Nordens.
La Paneteca
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Calderón Hondo zu Fuss ab Lajares
Der Wanderparkplatz liegt direkt am nördlichen Ortsrand — ausgeschildert, kostenlos, zu Fuss vom Ortskern in zwei Minuten. Von hier startet die schönste Wanderung des Nordens. Der Weg führt zunächst durch eine surreale Ebene aus rötlicher und schwarzer Vulkanerde — kein Baum, kein Schatten, nur Gestein und Himmel. Nach etwa einem Kilometer beginnt der Anstieg, serpentinenartig am Hang hinauf. Dann der Kraterrand: 70 Meter tief, kreisrund, das Gestein in Schwefelgelb, Rot und Schwarz. 360-Grad-Panorama über die Dünen von Corralejo, die Isla de Lobos, bei klarer Sicht bis nach Lanzarote. Auf der Plattform warten zutrauliche Berberhörnchen — NICHT füttern, es ist verboten & sie sind eine invarsive Art die die natürliche Flora & Fauna zerstört.
5,5 Kilometer, anderthalb Stunden. Festes Schuhwerk Pflicht. Kein Schatten — vor dem Mittag oder am Nachmittag starten. Am Kraterrand pfeift der Wind oft stark auch wenn es unten heiss ist. Jacke einpacken.
Von Lajares nach El Cotillo FV-109 westwärts
Zurück zum Auto, dann auf der FV-109 Richtung Westen. Die Strasse ist schmal und kurvig, führt durch die offene Vulkanebene, und nach zehn Minuten passiert etwas: der Horizont öffnet sich, die Farbe wechselt von Braun zu Blau — das Meer. Die Strasse endet buchstäblich am Atlantik. Links der alte Hafen mit den weiss-blauen Fischerhäusern, rechts das Meer.
El Cotillo Lagunen · Klippen · Atlantik
El Cotillo ist ein Chamäleon. Nördlich des Dorfes: karibisch anmutende Lagunen mit puderweissem Sand und spiegelglattem Wasser — flach, sicher, türkisblau. Südlich: der ungezähmte Atlantik mit meterhohen Wellen gegen schwarze Steilklippen. Beides liegt wenige Gehminuten auseinander.
Die Playa de La Concha ist der schönste Lagunenstrand des Nordens — halbmondförmig, türkisblau, absolut sicher durch ein natürliches Hufeisenriff. Weiter nördlich am Leuchtturm die Playa de Los Charcos: bei Ebbe verwandelt sich das Lavagestein in glasklare Naturpools, fast immer menschenleer. Der Faro de El Tostón vier Kilometer nördlich — rot-weiss gestreift auf einer windigen Landzunge, kleines Fischereimuseum, die wildeste Landschaft des Nordens rundherum.
Zum Abendessen im alten Hafen: La Vaca Azul mit Dachterrasse und erstklassigen Meeresfrüchten, oder La Marisma direkt am Kliff — Panoramafenster über der Brandung, fangfrischer Fisch, der Inhaber ist selbst Fischer. Abends reservieren.
→ El Cotillo im Detail · → Playa de La Concha · → Playa de Los Charcos · → Faro de El Tostón
La Vaca Azul
Restaurant
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La Marisma
Restaurant
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Sonnenuntergang · El Cotillo
El Cotillo hat den schönsten Sonnenuntergang des Nordens — und er ist anders als La Pared im Süden. Nicht dramatisch und klippen-wild, sondern still: die Sonne versinkt über dem offenen Atlantik, ihr Licht liegt auf dem glatten Wasser der Lagunen, alles wird gold. 45 Minuten vorher einen Platz sichern. Danach Abendessen im Ort — der Tag hat es sich verdient.
Rückfahrt El Cotillo → Costa Calma
Irgendwann muss man dann doch. Von El Cotillo auf der FV-109 zurück nach Lajares — zehn Minuten, die Nordebene jetzt im Dunkeln, der Wind hat nachgelassen. In Lajares auf die FV-10 Richtung Süden. Die Strasse führt an La Oliva vorbei, dann weiter durch das Inselinnere Richtung Puerto del Rosario, und von dort auf die FV-2 Richtung Süden zurück nach Costa Calma. Etwa eine Stunde — nachts kaum Verkehr, die Insel im Dunkeln ist still und weit. Ein guter Abschluss für einen langen Tag.
Praktisches auf einen Blick
Strecke |
ca. 160 km Runde, ca. 2,5 Std. Fahrzeit ohne Stopps |
| Mietwagen | Pflicht — alle Spots ohne Auto nicht erreichbar |
Schuhe |
Festes Schuhwerk für Calderón Hondo — Pflicht |
| Jacke | Am Kraterrand und abends in El Cotillo — Pflicht |
Casa de los Coroneles |
Di–Sa · vor 10:30 Uhr ankommen |
La Paneteca |
Früh kommen — Brot oft ausverkauft |
Calderón Hondo |
5,5 km · 1,5 Std. · Parkplatz nördlicher Ortsrand Lajares |
Budget |
ca. 40–70 € / Person (Essen + Kaffee) + Mietwagen |
| Route |
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