Wandern auf Fuerteventura
Wandern auf Fuerteventura Die schönsten Touren
Wandern Fuerteventura – für viele klingt das erstmal nach Widerspruch, schließlich ist die Insel vor allem für Strände und Windsurfen bekannt. Wir leben seit über 30 Jahren hier und können sagen: gerade weil kaum jemand zum Wandern herkommt, sind die Wege oft angenehm leer – während am Strand die Liegen längst besetzt sind.
Fuerteventura bietet keine alpinen Herausforderungen, dafür eine überraschend vielseitige Vulkanland-schaft – karge Krater, tiefe Schluchten, Steilküsten und immer wieder der Blick aufs Meer. Die Insel hat ein offizielles Wanderwegenetz mit klarer Beschilderung: PR-Wege (Pequeño Recorrido) sind mittellange Tagestouren, SL-Wege (Sendero Local) kürzere Rundwege – beide weiß-gelb markiert. Der Haken bei allen: kaum Schatten. Wer wandert, sollte das einplanen – feste Schuhe, ausreichend Wasser, Sonnen-schutz, und am besten die frühen Morgenstunden, bevor Hitze und Tagesausflügler die Wege füllen. Handyempfang ist in den Barrancos und auf manchen Bergrücken lückenhaft – wer allein unterwegs ist, sagt am besten vorher jemandem Bescheid, wann er zurück sein will.
Calderon Hondo Der Vulkankrater im Norden
Weg SL-FV-2 · ca. 5 km (Rundweg) · 120–150 Hm · 1–1,5 Std. · Schwierigkeit: leicht
Der wohl bekannteste und leichteste Krater-Spaziergang der Insel, nahe Lajares im Norden. Der Weg ist überwiegend gepflastert bzw. gut ausgebauter Schotterweg und für alle Fitnesslevel machbar – nur der letzte kurze Aufstieg zur Kraterkante ist steiler. Oben, auf 278 Metern, wartet der Blick in den 70 Meter tiefen Krater und ein Rundweg entlang der Kante mit Aussicht bis zur Insel Lobos und an klaren Tagen bis Lanzarote. Wichtig: Auf dem exponierten Kraterrand kann der Passat mit bis zu 90 km/h blasen – bei starkem Wind lieber nicht bis ganz an die Kante gehen. Mit etwas Glück begegnen einem unterwegs die kleinen Atlashörnchen, die hier zuhause sind. ( Bitte Nicht Füttern – sie sind eine invasive Art & bedrohen die natürliche Flora & Fauna ).
Parkplatz und Startpunkt: Aparcamiento Sendero Volcán Calderón Hondo (Google Maps)
Insider: Geheimtipp Calderon Hondo
Barranco de las Peñitas die Schlucht bei Betancuria
Weg SL-FV-6 (Teilstück ab Vega de Río Palmas) · ca. 3,3 km (einfache Strecke) · ca. 100 Hm · 1 Std. · Schwierigkeit: mittel
Eine der schönsten Wanderungen der Insel, ganz in der Nähe von Betancuria bei Vega de Río Palmas. Der Weg führt durch eine enge, von Palmen gesäumte Schlucht bis zu einem alten, heute meist trockenen Staudamm. Das Teilstück ab Vega de Río Palmas ist gut zu gehen, festes Schuhwerk trotzdem sinnvoll, da der Untergrund stellenweise mit losen Steinen bedeckt ist. Wer weiter Richtung Barranco Malpaso will, kommt zum spektakulären Felsbogen Arco de las Peñitas – dieser Abschnitt ist deutlich anspruchsvoller (Weg teils unmarkiert, Trittsicherheit nötig) und sollte nur mit guter Orientierung angegangen werden.
Startpunkt: Barranco de las Peñitas, Vega de Río Palmas (Google Maps).
Mit dem Auto: Tour 02 Betancuria Ultimate
Insider Geheimtipp Barranco de las Penitas
Pico de la Zarza der höchste Punkt der Insel
Weg PR-FV-54 · ca. 12,6 km hin und zurück (ab Jandía Playa) · 714 Hm im Auf- und Abstieg · 4–4,5 Std. · Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll
Mit 807 Metern der höchste Berg Fuerteventuras, oberhalb von Jandía und Morro Jable. Der Weg ist durchgehend gut markiert und meist einfach zu gehen, aber lang und ohne jeden Schatten — die Herausforderung liegt in der Ausdauer, nicht in der Technik. Wer die 12,6 km nicht schafft: Mit dem Auto lässt sich der Startpunkt bis auf rund 6 km unterhalb des Gipfels verkürzen. Auf dem oberen Streckenab-schnitt wird es spürbar windiger, feuchter und kühler als unten am Strand – eine leichte Jacke einpacken, auch im Sommer. Der Pico de la Zarza liegt zudem in einem Gebiet mit besonders vielen endemischen Arten, etwa der Jandía-Margerite und dem seltenen Schmutzgeier (Guirre), Fuerteventuras Wappenvogel. Oben der Lohn: der spektakulärste Ausblick der ganzen Insel, mit Cofete tief unten auf der einen und Morro Jable sowie der Playa de Sotavento auf der anderen Seite.
Parkplatz: Parking for Pico de la Zarza, Solana Matorral (Google Maps).
Insider: Geheimtipp Pico de la Zarza
Cuevas de Ajuy Höhlenweg an der Westküste
Kurzweg zu den Höhlen ca. 1 km / 30 Min. · erweiterte Runde bis Arco del Jurado ca. 5 km / 1,5 Std. · kaum Höhenmeter · Schwierigkeit: leicht
Ein kurzer, leichter Klippenweg im kleinen Fischerdorf Ajuy an der Westküste, zu den ältesten Gesteinsformationen der Kanaren: Die Kalksedimente hier wurden vor 100 bis 150 Millionen Jahren aus 2.000 bis 3.000 Metern Meerestiefe emporgedrückt. Ein gesicherter, geländerbegleiteter Weg führt zur Caleta Negra, wo eine Treppe zu den Höhlen hinunterführt – begehbar allerdings nur bei Ebbe, bei Flut steht der untere Teil unter Wasser. Wer weiter will, folgt dem Pfad über das Küstenplateau bis zum eindrucksvollen Felsbogen Arco del Jurado (auch Peña Horadada genannt), rund 2,1 km entfernt.
Startpunkt: Cuevas de Ajuy (Google Maps).
Mit dem Auto: Tour 01
Insider: Geheimtipp Cuevas de Ajuy
Gezeiten: wisuki.com
Mirador de Morro Velosa Rundweg bei Betancuria
Kurzer Rundweg, wenige Hm · unter 1 Std. · Schwierigkeit: sehr leicht
Ein weniger anstrengender Rundweg bei Betancuria mit einem der schönsten Panoramablicke der Insel über das grüne Bergland der alten Hauptstadt. Perfekt, um Betancuria-Besuch und kurze Wanderung an einem Vormittag zu verbinden, ohne einen ganzen Tag einzuplanen – auch für Familien mit kleineren Kindern gut machbar.
Startpunkt: Mirador de Morro Velosa (Google Maps)
Mit dem Auto: Tour 02 Betancuria Ultimate
Insider: Geheimtipp Mirador de Morro Velosa
Strandwanderung bei Ebbe Costa Calma bis Morro Jable
Über 20 km · reine Einwegstrecke · 4–5 Std. Gehzeit · kaum Höhenmeter, dafür maximale Distanz · Schwierigkeit: leicht im Gelände, anspruchsvoll durch Länge
Die Königsdisziplin unter unseren Wandertipps, nichts für den kurzen Nachmittag: Bei Ebbe lässt sich der breite Sandstreifen von Costa Calma fast durchgehend am Wasser entlang bis nach Morro Jable ablaufen. Wer früh aufbricht, hat den Strand fast für sich allein. Zurück geht es nicht zu Fuß: am Ende in Morro Jable ein Taxi rufen oder den örtlichen Bus zurück nach Costa Calma nehmen – das vorher einplanen, nicht erst am Ziel überlegen. Planung ist hier alles: unbedingt vorher die Gezeitenzeiten checken und rechtzeitig starten, damit einen die steigende Flut nicht auf halber Strecke einholt. Feste Sandalen oder leichte Wanderschuhe reichen, dazu ausreichend Wasser und Sonnenschutz – Schatten gibt es auf der gesamten Strecke keinen.
Startpunkt: Costa Calma Beach (Google Maps)
Gezeiten: Wisuki.com
Busverbindung: Tiadhe.com
Costa Calma zur Westküste
Quer über die Insel · mittlere Distanz je nach Startpunkt · Schwierigkeit: leicht bis mittel
Die zweite Insider-Route, die kaum jemand kennt: von Costa Calma quer über die schmalste Stelle der Insel zur Westküste, hinunter zum wilden La Pared. Wir starten an der Costa Calma am Kreisel Av Hapag Lloyd siehe Link zum Startpunkt unten und folgen dem Fußweg weiter geradeaus zur Westküste. Auf kurzer Strecke wechselt die Landschaft komplett – vom ruhigen, windgeschützten Ostufer zur rauen, wellenumtosten Atlantikseite mit einigen der schönsten und einsamsten Buchten der Insel. Baden ist an der Playa de La Pared gut möglich, nur schwimmen sollte man dort nicht ohne Begleitung. Dazu ist der Ort einer der schönsten Sonnenuntergangs- und Surf-Spots ( Playa de Viejo Rey ) der Insel. Ein eindrucksvoller Kontrast auf wenigen Kilometern, den man so auf keiner anderen Insel-Route erlebt.
Startpunkt:Kreisel am CdS Av Hapag Lloyd
Zielpunkt: Playa de La Pared (Google Maps)
Insider: Geheimtipp La Pared