Westküste Fuerteventura · La Pared · Gemeinde Pájara
Playa de la Pared & Playa del Viejo Rey
Wilde Westküste, hohe Klippen, kein Massentourismus — zwei Strände nebeneinander die oft verwechselt werden und jeden anders begeistern.
Die Playa de la Pared und die Playa del Viejo Rey liegen direkt nebeneinander an der wilden Westküste Fuerteventuras, getrennt durch eine markante Felsklippe. Beide werden oft unter dem Namen „La Pared“ zusammengefasst — dabei sind sie völlig unterschiedliche Strände mit eigenem Charakter. Wer weiß welcher welcher ist, erlebt mehr.
Die Geschichte hinter dem Namen
La Pared bedeutet auf Spanisch „die Mauer“ — und dieser Name geht auf ein prähist-orisches Bauwerk zurück das heute noch teilweise erhalten ist. Vor der europäischen Kolonisierung im 15. Jahrhundert war Fuerteventura in zwei Königreiche geteilt: Maxorata im Norden und Jandía im Süden. Die beiden Herrschaftsgebiete standen unter den Königen Ayose und Guise — ihre Statuen stehen heute am Mirador de Guise y Ayose im Parque Rural de Betancuria.
Genau hier, am schmalsten Punkt der Insel — dem Isthmus de la Pared, gerade mal 4 bis 5 Kilometer breit — errichteten die Ureinwohner, die Majoreros, eine Trockenstein-mauer: die La Pared de Jandía. Sechs Kilometer lang, 1,50 Meter hoch, 50 Zentimeter dick, von einem Meer zum anderen. Sie verlief von der Westküste auf Höhe des heuti-gen Ortes La Pared bis zur Ostküste nahe Costa Calma. Ihre genaue Funktion ist bis heute nicht eindeutig geklärt — Grenzmarkierung zweier Königreiche, Abgrenzung von Weideland, oder beides. Die Mauer steht heute unter Denkmalschutz. Wer genau schaut, findet noch Reste davon in der Umgebung des Ortes.
Playa de la Pared — die ursprünglichere Bucht im Norden
Die Playa de la Pared liegt etwas nördlicher, direkt unterhalb der kleinen Siedlung. Kleiner — rund 250 Meter, hufeisenförmige Bucht, eher dunkler Vulkansand und Steine. Wilder, oft menschenleer, noch ursprünglicher als der Nachbarstrand. Der zweite Abschnitt ein Stück weiter nördlich an der Punta Guadalupe zeigt einen in den Fels gewaschenen Tunnel — bei großem Swell ein dramatisches Naturschauspiel.
Direkt über der Bucht: der Mirador Playa de la Pared — einer der besten Ausblicke auf die gesamte Westküste. Der Sonnenuntergang von hier ist legendär. Nebenan das Restaurant Caretta Beach — direkt am Klippenrand, Terrasse mit Meerblick, ideal für einen Drink oder ein Abendessen zum Sonnenuntergang. Reservierung empfohlen. Auch die Atlas-Hörnchen — die kleinen zutraulichen Nager die auf den Felsen sitzen — sind hier oben besonders aktiv.
Playa del Viejo Rey — der Surfstrand im Süden
Der Playa del Viejo Rey — Strand des alten Königs — ist der größere der beiden Strände: rund 800 Meter goldgelber bis dunkler Sand, eingerahmt von spektakulär steil aufragenden Klippen die bei Ebbe faszinierende Gesteinsformationen freigeben. Der Strand ist ein reiner Beachbreak — keine Steine im Wasser, was ihn besonders für Surfschulen interessant macht.
Surfen: Im Sommer sind die Wellen ruhiger und für Anfänger geeignet — ideales Weißwasser für erste Versuche auf dem Brett. Im Winter können die Wellen kräftig werden, teils mehrere Meter hoch. Die Bedingungen variieren stark je nach Swell und Wind — an manchen Tagen perfekte Wellen, an anderen zu gefährlich für Ungeübte. Mehrere Surfschulen haben hier ihre Basis. Rapa Nui Surfschule organisiert von Costa Calma aus einen Shuttle-Service nach La Pared — wer keinen Mietwagen hat, einfach anmelden, mitfahren, surfen. Nalu Surf ist eine der ältesten Schulen am Spot und kennt die Bedingungen besser als jeder andere.
Aufgrund der Größe gibt es viel Platz — FKK ist möglich und wird praktiziert. Wer eine der Felsklippen erklimmt bekommt einen der dramatischsten Blicke der gesamten Westküste.
Wichtige Warnung: Das Baden im offenen Meer ist wegen extrem starker Unterströmungen lebensgefährlich. Nur in ausgewiesenen Bereichen und bei absolut ruhiger See. Und: Bei Flut verschwindet der Sand fast vollständig unter Wasser — Gezeiten vorher prüfen, immer bei Ebbe kommen
Reiten & Paragliding
Kurz außerhalb von La Pared Richtung Pájara gibt es einen Reitstall der Ausritte entlang der Westküstenklippenentlang anbietet. Sonnenuntergang zu Pferd über dem Atlantik — unvergesslich, Voranmeldung erforderlich.
Die Thermik über den Klippen zwischen La Pared und Pájara ist ideal für Paragliding. Tandemflüge von lokalen Anbietern, Voranmeldung erforderlich. Der Blick von oben auf die Halbinsel Jandía und die Westküste ist einmalig.
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Der Ort La Pared
La Pared ist eine kleine, ruhige Siedlung auf dem Isthmus — dem schmalsten Punkt der Insel wo der Atlantik auf beiden Seiten deutlich näher rückt. Kein Massentourismus, keine großen Hotels. Zwei Restaurants, Surfschulen, Ferienwohnungen, Bungalows. Das Leben hier richtet sich nach dem Rhythmus der Gezeiten und der Wellen. Wer einmal da war versteht warum manche nie weiterfahren.
Das Mikroklima von La Pared ist besonders: Die schützenden Berge halten den Saharawind ab, der Nordostpassat sorgt für ausgeglichene Temperaturen. Ideal für Menschen mit Atemwegserkrankungen — das war schon in früheren Zeiten bekannt.
Tagesplanung — so macht man es richtig
Früh anreisen wenn die Gezeiten stimmen — Ebbe ist Pflicht, Gezeiten am Vortag prüfen. Vormittags surfen oder den Viejo Rey erkunden. Mittagessen im Ort — Caretta Beach oder die Bar Plan B für Kleinigkeiten. Nachmittags die Klippen Richtung Norden ablaufen, Fels-Tunnel suchen, Hörnchen beobachten. Zum Sonnenuntergang am Mirador oder direkt am Strand — Decke mitnehmen, Wein einpacken. Das Licht an der Westküste kurz vor Sonnenuntergang macht aus allem ein Fotomotiv.
Praktisches
Lage: Westküste · Gemeinde Pájara · ca. 20 Min. ab Costa Calma Zugang Viejo Rey: Über eine Piste und Pfad die Klippen hinunter · festes Schuhwerk Zugang La Pared: Über Treppen/Pfade nahe dem Ort und Restaurant Gezeiten: Unbedingt prüfen — bei Flut kein Sand am Viejo Rey Baden: Lebensgefährlich im offenen Meer — nur in ausgewiesenen Bereichen Surfen: Rapa Nui Surfschule (Shuttle ab Costa Calma) · Nalu Surf direkt vor Ort Reiten & Paragliding: Außerhalb Richtung Pájara · Voranmeldung erforderlich Gastronomie: Restaurant Caretta Beach direkt am Klippenrand · Reservierung empfohlen · Bar Plan B im Ort Infrastruktur: Keine am Strand — kein WC, keine Dusche, kein Rettungsschwimmer Notruf: 112