Meeresfauna Fuerteventura Artenreichtum
Meeresfauna vor Fuerteventura Der Artenreichtum unter Wasser
Die Meeresfauna vor Fuerteventura ist reicher, als die trockene, karge Insel darüber vermuten lässt – unter der Wasseroberfläche liegt einer der artenreichsten Flecken des gesamten Nordatlantiks. Wer nur an Strand und Dünen denkt, wenn er Fuerteventura hört, kennt die Insel erst zur Hälfte.
warum ausgerechnet hier ?
Der Grund liegt in der Meeresströmung. Der Kanarenstrom bringt kühles Wasser aus nördlicheren Breiten an der Küste Nordwestafrikas vorbei – und der ablandige Passatwind drückt das warme Oberflächenwasser hinaus aufs offene Meer, sodass kaltes, nährstoffreiches Tiefenwasser nachströmt. Dieses sogenannte Auftriebswasser (Upwelling) ist der Motor hinter dem Fischreichtum der gesamten Kanaren. Direkt vor der Südküste Fuerteventuras kommt ein zweiter Faktor hinzu: Der Festlandsockel bricht hier auf engem Raum steil ab, sodass tiefes offenes Wasser bereits wenige Seemeilen vor der Küste erreichbar ist. Kaltes und warmes Wasser, flache Buchten und Tiefsee direkt nebeneinander – genau diese Kombination erklärt, warum auf so kleinem Raum so viele unterschiedliche Arten vorkommen.
Wale und Delfine 27 Arten vor einer Insel
Rund um die Kanarischen Inseln wurden mehr als 27 verschiedene Wal- und Delfinarten nachgewiesen – eine der höchsten Artenzahlen weltweit für ein derart begrenztes Gebiet. Manche Arten sind das ganze Jahr über heimisch, allen voran der Grosse Tümmler und der Kurzflossen-Grindwal. Andere, wie Blauwale und Orcas, durchqueren die Gewässer nur auf ihrer Wanderung und werden unregelmässig, aber wiederkehrend gesichtet. Weil sich warmes und kaltes Wasser hier begegnen, ist ganzjährig mit Sichtungen zu rechnen – anders als in vielen anderen Whale-Watching-Gebieten der Welt gibt es keine ausgesprochene Nebensaison. Wal- und Delfinbeobachtungstouren unterliegen einer strengen Lizenzpflicht der kanarischen Regierung, die Mindestabstände und Verhaltensregeln vorschreibt, damit die Tiere nicht gestört werden.
Fuerteventura Full Experience
Delphin & Walbeobachtung – Schnorcheln
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Meeresschildkröten
Zwei Meeresschildkrötenarten sind vor Fuerteventura regelmässig anzutreffen: die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) und die deutlich seltenere Lederschildkröte. Beide Arten stehen unter strengem Schutz. An der Südwestspitze der Insel, bei der Punta de Jandía, kommen vereinzelt noch Tiere zur Eiablage an Land – einer der letzten Rückzugsorte auf der Insel, weil die Abgeschiedenheit dort Störungen durch Tourismus praktisch ausschliesst. Verletzte oder erschöpfte Tiere werden aufgepäppelt, bevor sie wieder ausgesetzt werden.
Wo genau: Geheimtipp Hafen Morro Jable (mit Schildkrötenstation)
Rochen und Riff-Bewohner
Direkt an der Kaimauer des Hafens von Morro Jable ziehen regelmässig grosse Rochen entlang – ein Schauspiel, das keinen Bootsausflug erfordert, nur ein paar Minuten Geduld am Kai. Draussen im offenen Wasser sind es vor allem Mantarochen, die bei Boots- und Schnorcheltouren gesichtet werden, häufig rund um das Meeresschutzgebiet der Isla de Lobos im Norden der Insel. Wer an felsigen Küstenabschnitten schnorchelt, etwa an der wilden Südostküste der Halbinsel Jandía, trifft auf Zackenbarsche und den bis zu zwei Meter langen Wrackfisch (Polyprion americanus) – beides Raubfische, die tieferes, felsiges Wasser bevorzugen und deren Anwesenheit als Zeichen für ein gesundes Ökosystem gilt.
Tiefsee - Riesen für Angler
Der steile Abfall des Festlandsockels vor der Südküste macht Fuerteventura zu einem der besten Hochseeangel-Reviere der Kanaren. Innerhalb weniger Seemeilen ab Morro Jable oder Gran Tarajal erreicht man Tiefen, in denen Blauer Marlin, Weisser Marlin, Gelbflossen-Thunfisch, Wahoo, Bonito und Barrakuda jagen. Im September findet in Gran Tarajal sogar ein internationales Big-Game-Fishing-Turnier statt, das Angler aus ganz Europa anzieht.
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Fuerteventura hat keine Hochsaison des Lebens – die Insel ist das ganze Jahr sie selbst. Wer im Herbst kommt, findet Ruhe, Licht und Weite, die man im Hochsommer eher suchen muss. Egal ob früh gebucht oder spontan Last Minute entschieden – die Insel wartet so oder so mit warmem Wasser, viel Sonne und deutlich weniger Trubel als im August. Wir zeigen Dir wo.
Ein Biosphärenreservat, kein Zufall
2009 erklärte die UNESCO Fuerteventura einschliesslich seines Meereslebensraums zum Biosphären-reservat – eine Anerkennung, die nicht der Insel selbst gilt, sondern dem Zusammenspiel aus Wüste, Küste und Meer. Wer einmal an der Kaimauer in Morro Jable einem Rochen zugesehen hat oder auf einer Bootstour überraschend von einer Delfinschule begleitet wurde, versteht, warum.
Wann die Chancen am besten stehen
Eine ausgesprochene Nebensaison gibt es wegen der ganzjährig gleichbleibenden Strömungsverhältnisse nicht – Sichtungschancen bei Wal- und Delfintouren liegen laut Anbietern bei rund 99 Prozent übers Jahr verteilt. Entscheidender als der Monat ist der Seegang: An ruhigen, windarmen Tagen lassen sich Tiere leichter erkennen und kommen näher ans Boot heran. Wer möglichst viel auf einmal sehen will, kombiniert am besten eine Bootstour mit einem Stopp am Hafen von Morro Jable – dort ist die Begegnung mit Rochen und Schildkröten quasi garantiert, unabhängig von Wetter und Glück.