Tour 04 - Die Stopps
Morro Jable
Faro Punta de Jandia
Playa de Cofete
Morro Jable Faro Punta de Jandia Playa de Cofete
Ganzer Tag · Mietwagen mit hoher Bodenfreiheit · ca. 180 km · Früh starten — Pflicht
Lang, anstrengend, unvergesslich. Das ist der Tag an den du dich später erinnerst. Nicht weil er bequem war — sondern weil er alles war was Fuerteventura ist wenn niemand zuschaut: wilde Küste, das Ende der Welt, ein Strand der 14 Kilometer lang ist und an dem außer dir kaum jemand steht. Die Schotterpiste zum Faro de Punta de Jandía ist kein Ausflug. Das ist eine Expedition. Wer das einmal gemacht hat versteht warum manche Menschen jedes Jahr wiederkommen.
Vorbereitung — Pflicht vor der Abfahrt
Diese Tour vergibt keine zweiten Chancen an Unvorbereitete. Tanken in Morro Jable — das ist die letzte Tankstelle bevor die Infrastruktur aufhört. Wer das vergisst, steht auf der Piste mit leerem Tank. Mindestens zwei Liter Wasser pro Person einpacken, Snacks mitnehmen — auch wenn es Restaurants auf der Strecke gibt, sind diese nicht immer offen. Offline-Karte laden bevor du losfährst — auf der Schotterpiste, am Faro und in Cofete gibt es kein Netz, kein Signal, keine Hilfe von Google Maps.
Am Ende dieser Seite findest du unter Praktisches die komplette Route auf Google Maps
Wichtig zum Mietwagen: Unbefestigte Straßen und Schotterpisten sind bei den meisten Mietwagenanbietern vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Das gilt für die gesamte Strecke ab dem Ende der asphaltierten Straße hinter Morro Jable — also für die Piste zum Faro de Punta de Jandía und den Weg nach Cofete. Bei einem Schaden auf der Piste haftet man ohne entsprechenden Zusatzschutz selbst. Vor der Buchung die Vertragsbedingungen prüfen oder gezielt einen Anbieter wählen der Offroad-Strecken einschließt.
Alternative: Touranbieter fuer eine geführte Tour
Frühstart ist das Wichtigste bei dieser Tour. Je später man aufbricht, desto mehr Stress am Nachmittag — und die Piste ist bei Dunkelheit kein Spaß.
Morro Jable · Kaffee & Tanken
Die Fahrt von Costa Calma nach Morro Jable führt auf der FV-2 nach Süden — vorbei an der Sotavento-Lagune, an Windparks die sich langsam drehen, an kleinen Strandbuchten die man auf dieser Strecke meist ignoriert weil das Ziel wartet. Lass die Fahrt trotzdem auf dich wirken: die Jandía-Halbinsel taucht allmählich auf, das Gebirge das die Halbinsel vom Rest der Insel trennt wird größer, und der Blick auf das offene Meer rechts wird weiter. In Morro Jable: tanken, frühstücken, kurzh in einen Supermarkt, Wasservorrat auffüllen. Die Altstadt hat ihren Charakter bewahrt — enge Gassen, kleiner Hafen, Fischkutter. Zehn Minuten durch die Altstadt wenn du Zeit hast. Ab hier verschwindet die Infrastruktur.
Die Schotterpiste · Richtung Süden
Wir fahren von Morro Jable aus Richtung Hafen und biegen kurz vorher rechts ab.
Hinter Morro Jable führt eine asphaltierte Straße noch ein Stück weiter nach Süden, vorbei am letzten Parkplatz und den letzten Häusern — dann hört der Asphalt auf. Die Schotterpiste beginnt ohne große Ankündigung. Breite: ein Auto. Zustand: variabel, je nach Jahreszeit und letztem Regen. Tempo: 30–40 km/h, nicht schneller. Die ersten Kilometer sind die härtesten — danach wird die Strecke breiter und der Rhythmus der Piste stellt sich ein.
Die Landschaft verändert sich mit jedem Kilometer dramatischer. Keine Häuser mehr, keine Stromleitungen, keine Zäune. Nur Lavafeld, Atlantik und Himmel. Die Bergkette der Jandía rechts, das offene Meer links, und die Piste die sich durch das Gestein windet als hätte jemand einfach angefangen zu fahren und nie aufgehört. Das ist kein Ausflug. Das ist eine andere Welt.
Insider-Tipp: Nicht hetzen — die Piste verlangt Aufmerksamkeit und belohnt Geduld. Wer zu schnell fährt, verpasst das Beste und riskiert einen Reifenschaden.
Faro de Punta de Jandía · Das Ende der Insel
Nach etwa einer Stunde Piste taucht er auf: der Faro de Punta de Jandía, der älteste Leuchtturm der Insel, erbaut 1864. Er steht auf dem äußersten Südwestzipfel Fuerteventuras — umgeben von Felsen, Wind und offenem Atlantik nach allen Seiten. Keine Menschen, kein Lärm, kein Netz. Das Gefühl hier zu stehen hat einen Namen: das Ende der Welt. Nicht als Klischee — als tatsächliche physische Erfahrung. Der Wind kommt von überall gleichzeitig, die Wellen brechen an Felsen die seit Millionen Jahren genau hier liegen, und hinter dem Horizont ist Amerika.
Parke direkt am Leuchtturm. Geh zu den Felsen am Wasser und lass es wirken. Nicht ins Wasser — die Strömung an der Südwestspitze ist lebensgefährlich, auch wenn die Oberfläche ruhig aussieht.
Playa de los Ojos Der wildeste Spot der Insel
Wenige Kilometer zurück auf der Piste und dann nach links abbiegen – dort liegt die Playa de los Ojos – einer der eindrucksvollsten und am wenigsten bekannten Spots der ganzen Insel. Schwarze Basaltfelsen, riesige Wellen die ungebremst vom offenen Atlantik kommen, und in den Felsen natürliche Höhlen und Becken die bei Ebbe zugänglich werden — die namensgebenden „Augen“ des Strandes. Keine Menschen, keine Infrastruktur, kein Lärm außer dem Brechen der Wellen. Das ist Fuerteventura bevor der erste Tourist ankam.
Sicherheit: Nicht ins Wasser — die Brandung und Strömung sind extrem gefährlich, auch wenn es ruhig aussieht.
Restaurante Punta de Jandía Mittagessen im Nirgendwo
Das Restaurante Punta de Jandía ist eines der kuriosesten Lokale der Insel: mitten auf der Piste, kein Asphalt drumherum, kein Netz, kein Komfort — und trotzdem voll wenn das Wetter gut ist. Einfache kanarische Küche, frischer Fisch wenn verfügbar, kaltes Bier das hier besser schmeckt als irgendwo sonst. Das Erlebnis zählt mehr als die Karte. Keine festen Öffnungszeiten — manchmal geschlossen ohne Vorwarnung. Wenn es offen ist: reingehen und genießen.
Restaurante
Punta de Jandia
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Die Fahrt nach Cofete Der anspruchsvollste Teil
Jetzt kommt der Teil der Tour der Menschen zum Schweigen bringt. Von der Piste führt die Strecke über einen Bergkamm nach Cofete — kurvig, holprig, an einigen Stellen sehr eng, mit Ausblicken die man nicht erwartet hat. Die Fahrt über den Berggürtel der Jandía-Halbinsel ist selbst ein Erlebnis: rechts fällt das Gelände steil zur Westküste ab, links sieht man über die Piste zurück die man gekommen ist, und ganz oben am Pass öffnet sich zum ersten Mal der Blick auf Cofete. Langsam fahren. Keine Hektik. Jede Kurve hat eine Überraschung.
Mirador de Cofete Einer der besten Views der Kanaren
Am Pass angekommen: der Mirador de Cofete. Du fährst über die Kuppe und siehst es zum ersten Mal — und dieser erste Moment ist einer der stärksten auf der ganzen Insel. Vierzehn Kilometer weißer Sand, das Gebirge der Jandía-Halbinsel als Kulisse, der Atlantik der in der Nachmittagssonne leuchtet, und dahinter nichts mehr bis Südamerika. Kein Foto oder Video wir dem gerecht. Halte an. Steig aus. Lass es wirken.
Playa de Cofete Das Highlight
Der Weg hinunter zum Strand führt an der Villa Winter vorbei — einem geheimnisvollen Herrenhaus das ein deutscher Ingenieur namens Gustav Winter in den 1940er Jahren mitten in dieser Einöde baute. Wozu genau ist bis heute nicht abschließend geklärt: Spionage, U-Boot-Versorgung, privater Rückzugsort — alle Theorien kursieren, keine ist bewiesen. Das Haus steht noch, kämpft mit dem langsamen Verfall, und sieht aus als wäre es extra dafür gebaut worden um Fragen aufzuwerfen die niemand beantworten kann. Wenn man Glück hat und will ist die Tür geöffnet und der Verwalter gewährt Eintritt … eine eigenwillige Atmosphäre empfängt dich – eine kleine Spende wird gern gesehen.
Unten am Strand: vierzehn Kilometer Wildnis. Der Sand ist hell, fein und fast immer leer. Spazieren, Fotos machen, stehen lassen. Wer Hunger hat: das kleine Restaurante Cofete direkt am Strandeingang — einfach, kultig, kanarische Küche. Wenn es offen ist: ideal. Sonst macht das Picknick aus dem Rucksack hier mehr Sinn als irgendwo sonst. Das man den Müll mitnimmt sollte selbstverständlich sein.
Sicherheit: Nicht ins Wasser — die Strömung am Playa de Cofete ist extrem gefährlich, auch wenn es ruhig aussieht und andere im Wasser stehen. Kein Scherz.
Roque del Moro · Auf dem Rückweg
Auf dem Weg zurück vom Strand zum Bergpass — kurz vor der Auffahrt — liegt der Roque del Moro. Ein rund 50 Meter hoher Basaltfelsen der senkrecht aus dem Meer ragt, wenige Meter von der Küste entfernt. Von der Piste aus gut sichtbar — kurz anhalten. Der Name ist simpel und treffend: „Moro“ steht hier nicht für Maure im historischen Sinne, sondern beschreibt die Farbe — der tiefschwarze Lavaturm hebt sich so markant von den hellen Sandstränden der Umgebung ab, dass der Name fast zwangsläufig war. Im Nachmittagslicht wirkt der Felsen noch dunkler, noch massiver — ein natürliches Wahrzeichen das man so schnell nicht vergisst.
Rückfahrt Zurück über Morro Jable nach Costa Calma
Die Rückfahrt geht die gleiche Strecke zurück — Bergpass, Piste, Morro Jable. Die Landschaft sieht auf dem Rückweg anders aus als auf dem Hinweg: das Licht hat sich verändert, du weißt jetzt was dich erwartet, und die Piste fährt sich ruhiger. In Morro Jable: letzter Stopp, letzter Drink in der Altstadt oder direkt weiter auf der FV-2 nach Costa Calma. Du wirst erschöpft sein. Das ist ein gutes Zeichen — dieser Tag hat dich nicht geschont.
Praktisches auf einen Blick
Strecke |
ca. 180 km Runde, davon ca. 60 km Schotterpiste |
Mietwagen |
Pflicht — höhere Bodenfreiheit empfohlen; Versicherungsschutz auf unbefestigten Straßen vorab prüfen |
Tanken |
Pflicht in Morro Jable — letzte Tankstelle vor der Piste |
Wasser & Snacks |
Mindestens 2 Liter pro Person — Restaurants auf der Piste nicht immer offen |
Offline-Karte |
Vor Abfahrt laden — kein Netz auf der Piste und in Cofete |
| Pistentempo | Max. 30–40 km/h — nicht hetzen |
Sicherheit |
Cofete, Playa de los Ojos, Punta de Jandía — nicht ins Wasser, lebensgefährliche Strömung |
| Budget | ca. 30–50 € / Person (Essen + Kaffee) + Mietwagen |
Route |
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