Das Ende der Welt und es ist wunderschön
Mirador de Cofete und Playa de Cofete gehören zu den Geheimtipps Fuerteventuras, die man nicht vergisst — erreichbar nur über eine holprige Schotterpiste und einen Bergpass auf 234 Metern Höhe. Vierzehn Kilometer wilder Atlantikstrand, kein Hotel, kein Sonnenschirm, kein Handyempfang — und dahinter das Jandía-Massiv mit dem höchsten Berg der Insel.
Mirador de Cofete — der erste Blick
Auf der Passhöhe passiert etwas Seltenes: Der Blick öffnet sich schlagartig. Auf der einen Seite das Jandía-Massiv mit Bergwänden bis fast 800 Meter, auf der anderen vierzehn Kilometer wilder Atlantikstrand — die Playa de Cofete. Unten, mitten in der Einsamkeit des Tals, das einzelne Gebäude mit dem Rundturm: die Villa Winter. Weit darunter, kaum zu erkennen, ein kleiner Friedhof im Sand.
Der Wind auf dem Pass ist fast immer brutal. Die Passatwinde werden über den Kamm gepresst — Autotüren beim Öffnen festhalten, winddichte Jacke einpacken, auch im Hochsommer. Auf dem Schotterplatz laufen wilde Ziegen herum, an Touristen gewöhnt, immer auf der Suche nach Futter. Bitte nicht füttern — aber fotografieren, unbedingt.
Bester Zeitpunkt: Vormittags bis früher Nachmittag. Später liegt die Westküste im Gegenlicht, und Wolkenbänke können die Sicht komplett nehmen.
Die Anfahrt — das kleine Abenteuer
Start am Hafen von Morro Jable. Nach wenigen Kilometern endet der Asphalt — dann beginnen 14,5 Kilometer Schotter- und Sandpiste bergauf: kurvig, holprig, oft mit Waschbrettprofil, keine Leitplanken, an manchen Stellen tiefe Abhänge. Tempo maximal 30 km/h, volle Konzentration.
Wichtig zum Mietwagen: Fast alle Autovermietungen auf Fuerteventura schliessen unbefestigte Strassen im Kleingedruckten aus — der Versicherungsschutz erlischt. Wer das Risiko nicht tragen will: Der gelbe Allrad-Linienbus der Transportes Tiadhe (Linie 111) fährt zweimal täglich ab Morro Jable Busbahnhof direkt nach Cofete und zurück — ca. 8,70 € pro Strecke, Abfahrt 10:00 und 14:00 Uhr, Rückfahrt 12:30 und 16:30 Uhr. Der Bus hält am Mirador für einen kurzen Fotostopp.
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Playa de Cofete vierzehn Kilometer Ursprünglichkeit
Nach dem Pass führt die Piste in engen Serpentinen ins Tal hinunter, dann auf einer langen Geraden direkt auf das Dorf Cofete zu. Der Parkplatz liegt neben dem alten Friedhof am Dorfeingang — und dahinter, hinter den Dünen, beginnt der Strand.
Vierzehn Kilometer feiner heller Sand, bis zu fünfzig Meter breit. Das Jandía-Massiv fällt steil dahinter ab wie eine Kulisse aus einem anderen Zeitalter. Kein Hotel, kein Sonnenschirm, kein Handyempfang. Fast immer leer — wer hierherkommt, hat die Schotterpiste auf sich genommen.
Baden: Nicht empfohlen. Die Strömungen sind stark, die Wellen kräftig, das Wasser unberechenbar. Kein Rettungsdienst. Wer schwimmt, tut das nur bei absolut ruhiger See, nah am Ufer, und nie allein. Zum Spazieren, Sitzen, Schauen ist der Strand schlicht unvergleichlich.
Das Dorf, der Friedhof, die Villa Winter
Das Dorf Cofete besteht aus einer Handvoll einfacher Steinhäuser, gegründet 1823 als Landwirtschaftssiedlung. Heute leben hier kaum noch ständige Bewohner. Das Restaurant Pepe El Faro kocht kanarische Hausmannskost — Ziegenfleisch, frischen Fisch, einfach und authentisch.
Kurz vor dem Strandparkplatz liegt der kleine Friedhof aus dem 19. Jahrhundert, umgeben von einer niedrigen Mauer. Die Gräber grösstenteils unmarkiert, eine schwarze Steintafel am Eingang nennt die Namen der Verstorbenen. Das letzte Begräbnis fand 1956 statt.
Oberhalb des Dorfes thront die Villa Winter — zweistöckig, runder Turm, meterdicke Wände, Krokodilsköpfe als Wasserspeier. Gebaut 1937 vom deutschen Ingenieur Gustav Winter. Was sie wirklich war, weiss niemand genau: Die Theorien reichen vom geheimen U-Boot-Stützpunkt der Nazis bis zum Zufluchtsort für ranghohe NS-Funktionäre. Seriöse Recherchen haben keine dieser Theorien beweisen — aber auch keine widerlegen können. Heute ein kleines privat geführtes Museum, Di–So 10–14 Uhr und 15–17 Uhr, Besichtigung gegen ein kleines Trinkgeld.
Praktisches
Lage: Westküste Jandía · Naturpark Jandía · Gemeinde Pájara
Mirador de Cofete: Passhöhe 234 m · jederzeit zugänglich · Schotterplatz zum Parken
Strandlänge: Ca. 14 km · keine Infrastruktur am Strand
Anfahrt: Ab Morro Jable Hafen · Schotterpiste 14,5 km ab Hafen · Serpentinen über den Pass · gesamt ca. 45–60 Min.
Bus Linie 111: Ab Morro Jable Hafen · täglich · 10:00 und 14:00 Uhr · Rückfahrt 12:30 und 16:30 Uhr · ca. 8,70 € pro Strecke · Halt am Mirador
Parken: Grosser Schotterplatz neben dem Friedhof am Dorfeingang · kostenlos
Baden: Nicht empfohlen · starke Strömungen · hohe Wellen · kein Rettungsdienst
Restaurant: Pepe El Faro im Dorf Cofete · kanarische Küche
Villa Winter: Di–So 10–14 Uhr und 15–17 Uhr · Trinkgeld
Mietwagen: Versicherungsschutz erlischt meist auf Schotterpisten · Kleingedrucktes prüfen
Kombination: Roque del Moro · Faro de Jandía · Playa de los Ojos
Notruf: 112 · Empfang eingeschränkt · Offline-Karte empfehlenswert
Shopping auf dem Rückweg
Wer von Jandia zurück nach Costa Calma fährt — ein kurzer Stopp im CC El Palmeral lohnt sich. Zwei Adressen die man kennen sollte: 1STone Art & Design mit handgefertig-tem Schmuck aus Lava und Edelsteinen, und die Gio-Leo Boutique für Mode und Accessoires. Beide direkt nebeneinander, Local 8 und 10–12.
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