Playa del Matorral
Südostküste Fuerteventura · Morro Jable · Halbinsel Jandía · Gemeinde Pájara
Der schönste Badeabschnitt des Südens — breiter weisser Sand, ruhiges Wasser, Blaue Flagge und der Leuchtturm als Wahrzeichen.
Die Playa del Matorral ist der Hauptstrand von Morro Jable — und für viele der beste Badestrand im gesamten Süden Fuerteventuras. Wer von Norden kommt, von der weiten offenen Playa de Jandía, merkt den Unterschied sofort: strukturierter, zugänglicher, ruhiger, angenehmer. Das Wasser ist hier am ruhigsten des gesamten Küstenstreifens zwischen Costa Calma und Morro Jable, die Bedingungen zum Baden am verlässlichsten, die Infrastruktur am vollständigsten. Gleichzeitig ist der Strand gross genug um auch in der Hochsaison nie überfüllt zu wirken — über vier Kilometer feiner heller Sand, an dem selbst an einem belebten Sommertag jeder seinen Platz findet.
Der Strand
Feiner weisser Sand, breit, flach abfallend, das Wasser türkisblau und klar. Weniger Wind als weiter nördlich — die Bebauung von Morro Jable bremst den Passatwind, der Strand liegt geschützter in der Küstenlandschaft. Das macht den entscheidenden Unterschied: während der offene Mittelabschnitt der Playa de Jandía nachmittags oft kabbelig und windig ist, bleibt das Wasser am Matorral deutlich ruhiger, der Einstieg ins Meer angenehmer, die Strömungen weniger spürbar. Wer sicher schwimmen, mit Kindern ins Wasser gehen oder einfach lang im Wasser treiben will, findet hier die besten Bedingungen des gesamten Küstenstreifens.
Der Strand trägt die Blaue Flagge — ausgezeichnet für Wasserqualität, Infrastruktur und Umweltstandards. Rettungsschwimmer sind präsent, die Badezonen klar markiert. Liegen und Sonnenschirme sind gegen Gebühr erhältlich; wer ohne auskommt, findet genug freien Sand. Chiringuitos und kleine Strandbars versorgen mit Getränken und kleinen Mahlzeiten direkt am Wasser.
Der Faro de Morro Jable
Der schlanke weisse Leuchtturm mitten am Strand ist das unverwechselbare Wahrzeichen von Morro Jable — sichtbar von fast jedem Punkt der Playa de Jandía. Der Faro del Matorral ist 62 Meter hoch, seit 1996 in Betrieb und warnt Schiffer vor dem flachen Gewässer vor der Südküste der Insel. Seine Lage mitten im Schutzgebiet des Saladar de Jandía gibt ihm etwas Ungewöhnliches: ein modernes Bauwerk, das aus einem der wertvollsten Naturschutzgebiete der Kanaren herauswächst, als hätte es dort schon immer gestanden.
Der Leuchtturm teilt den Strand auch praktisch: nördlich davon ist FKK üblich und anerkannt, südlich in Richtung Morro Jable eher nicht. Direkt an seinem Fuss liegt ausserdem der bekannte Surf-Spot Cruz Roja — bei den richtigen Bedingungen bricht hier eine begehrte Welle, die Surfer aus der ganzen Region anzieht.
Das Saladar de Jandía
Parallel zum Strand, hinter dem Sandstreifen, liegt das Saladar de Jandía — ein Küsten-Salzmoor, das zu den ökologisch wertvollsten Lebensräumen der gesamten Kanaren gehört. 115,6 Hektar salzresistente Vegetation, periodisch vom Atlantik überflutet, Lebensraum für Halophyten, Zugvögel, endemische Reptilien und Insekten. Das Saladar ist das einzige Feuchtgebiet der Kanaren, das im internationalen Ramsar-Übereinkommen gelistet ist — eine Auszeichnung, die es auf eine Stufe mit dem Nationalpark Doñana stellt.
Holzstege ermöglichen den Zugang zum Strand ohne das Schutzgebiet zu betreten. Kein Abkürzen durch die Salzwiesen — das Gebiet ist strikt geschützt und wird kontrolliert. Was auf den ersten Blick wie eine unscheinbare Wiese wirkt, ist ein Ökosystem das sich über Jahrtausende entwickelt hat und bei Störungen nur sehr langsam erholt.
Willy Brandt in Morro Jable
An der Strandpromenade Richtung Morro Jable steht eine Bronzestatue, die auf den ersten Blick überrascht: Willy Brandt, sitzend, schaut aufs Meer. Der deutsche Bundeskanzler und sein Aussenminister Walter Scheel verbrachten im Winter 1972/73 ihren Urlaub in Morro Jable — als der Ort noch keinen Telefonanschluss hatte und der Kontakt nach Bonn nur per Funk möglich war. Die Statue wurde 2017 eingeweiht und erinnert an eine Zeit, in der Morro Jable noch ein stilles Fischerdorf war, das kaum jemand kannte. Ein Pflichtbesuch für alle, die wissen wollen, wie die Geschichte dieses Ortes begann.
Strandwanderung nach Norden
Vom Matorral aus lässt sich der gesamte Küstenstreifen nach Norden durchwandern — bei Ebbe theoretisch über 20 Kilometer bis Costa Calma und weiter. Wer nur einen Abschnitt gehen will: 45 Minuten nach Norden und man steht mitten in der Weite der Playa de Jandía, weit weg von Liegen, Promenade und Trubel. Die Landschaft öffnet sich, der Wind nimmt zu, der Sand wird breiter. Ein einfacher Spaziergang der zeigt, wie viele Gesichter dieser Küstenstreifen hat.
Morro Jable — direkt nebenan
Die Playa del Matorral endet wo Morro Jable beginnt — und das ist ein Glücksfall. Das alte Fischerdorf mit seiner Altstadt, dem Hafen, den Fischrestaurants und der lebhaften Promenade liegt fussläufig vom Strand. Wer nach einem langen Badetag frischen Fisch essen will, die Gassen der Altstadt erkunden oder einfach einen Kaffee in einem echten kanarischen Lokal trinken will — Morro Jable ist in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar. Alle Infos zum Ort auf unserer Ortsseite Jandía & Morro Jable.
Anfahrt & Praktisches
Lage: Direkt bei Morro Jable, südlich des Faro de Morro Jable, Gemeinde Pájara
Anfahrt: FV-2 bis Morro Jable/Jandía, dann Richtung Strand/Matorral folgen — gut ausgeschildert
Parken: Grosse kostenlose Parkplätze direkt am Strand und nahe dem Ort
Blaue Flagge: Ja
Rettungsschwimmer: Ja, mit markierten Badezonen
Duschen / WC: Ja, öffentlich
Liegen / Schirme: Gegen Gebühr
FKK: Nördlich des Leuchtturms üblich · südlich davon eher nicht
Surf-Spot: Cruz Roja direkt am Fuss des Leuchtturms
Biosphärenreservat: Saladar de Jandía hinter dem Strand · Ramsar-Schutzgebiet · Wege respektieren
Sehenswert: Faro de Morro Jable · Willy-Brandt-Statue an der Promenade
Kombination: Ortsseite Jandía & Morro Jable für Restaurants, Hafen und Altstadt
Notruf: 112
Insider Fuerteventura · Stand Mai 2026