Das Surf- und Künstlerdorf im Niemandsland zwischen zwei Küsten, zwischen zwei Welten
Lajares — Gemeinde La Oliva, nördliches Inselinneres, strategisch perfekt zwischen Corralejo und El Cotillo. Kein Küstenort, kein Strandleben, kein Massentourismus. Stattdessen: das kulturelle und alternative Herz des Nordens.
Lajares
Die Annäherung passiert ohne klare Schwelle. Kein sichtbarer Übergang wie an der Küste — die Landschaft bleibt offen, vulkanisch, flach gewellt, und mitten darin taucht Lajares auf. Einzelne Häuser, verstreut, dann dichter, aber ohne sich wirklich zu schliessen. Lajares wirkt nie kompakt, eher wie ein Netz aus Punkten entlang der Strasse. Man fährt nicht in ein Zentrum, sondern durch eine Abfolge von Verdichtungen. Und irgendwo dazwischen: die besten Bäckereien des Nordens, ein Vulkankrater zum Greifen nah, und ein Samstagmarkt der zeigt was dieser Ort wirklich ist.
Geschichte
Spitzenstickerei & Surfer — historisch war Lajares ein armes Streudorf. Da der Boden extrem trocken war, mussten die Männer oft an die Küsten zum Fischen. Die Frauen entwickelten daraufhin eine weltberühmte Fertigkeit: die traditionelle kanarische Spitzenstickerei (Calados). Lajares war über Generationen das wichtigste Zentrum dieses feinen Handwerks auf der Insel. In den 1980er und 90er Jahren entdeckten europäische Wind- und Wellenreiter das Dorf. Da man von hier aus in 10 Minuten sowohl die Nord-, die Ost- als auch die Westküste erreicht, wurde Lajares zum perfekten Basislager für Surfer. Die Verwandlung war vollständig — und das alte Handwerk und der neue Surf-Vibe existieren heute friedlich nebeneinander.
kanarisches Haus in Lajares
Der Ort
Lajares
Windmühlen — am Ortsrand stehen zwei historische Windmühlen auf einem Hügel nebeneinander: eine runde gemauerte Molino und eine eckige Molina aus Holz. Eines der schönsten Fotomotive des Nordens, besonders im goldenen Abendlicht.
Surfshops & Handwerk — entlang der Hauptstrasse keine Souvenirläden, sondern inhabergeführte Surf-Boutiquen, der Custom-Boardshaper Krypton Surfboards und Werkstätten für Schmuck aus echtem Vulkanstein. Alles authentisch, nichts inszeniert.
Der Ort löst sich auf — an den Rändern gibt es kein klares Ende. Bebauung dünnt aus, geht in einzelne Häuser über, dann in nichts. Strasse, Staub, Wind — und wieder die offene Vulkanlandschaft. Kein abruptes Ende, Lajares verschwindet einfach
Windmühle
Wanderung — Calderón Hondo
Die schönste Hauswanderung des Nordens startet direkt am Ortsrand. Der Calderón Hondo ist ein perfekt erhaltener Vulkankrater — 70 Meter tief, kreisrund, mit Gestein in Schwefelgelb, Rot und Schwarz.
Steckbrief: Start am Wanderparkplatz am nördlichen Ortsrand (Google Maps: Aparcamiento Calderón Hondo) · 5,5 km Rundweg · ca. 1,5 Stunden · leicht bis mittelschwer · feste Schuhe Pflicht
Der Weg führt durch eine surreale Ebene aus rötlicher und schwarzer Vulkanerde, dann serpentinenartig am Hang hinauf zur Aussichtsplattform mit Geländer direkt am Kraterrand. Von oben: 360-Grad-Panorama über die Dünen von Corralejo, die Isla de Lobos und Lanzarote.
Die Berberhörnchen — auf der Plattform werden Besucher sofort von zutraulichen Atlashörnchen und grossen Raben begrüsst. Ungesalzene Nüsse oder Sonnenblumenkerne mitbringen — kein Brot, keine Kekse, da die Tiere davon krank werden.
Beste Zeit: Vor 09:00 Uhr oder zum Sonnenuntergang — tagsüber kein Schatten, schwarzes Gestein heizt sich stark auf. Windschutzjacke mitnehmen — am Kraterrand pfeift der Wind oft stark auch wenn es unten heiss ist.
Sehenswert in der Umgebung
Calderón Hondo — direkt am Ortsrand, der perfekt erhaltene Vulkankrater ist die Hauswanderung von Lajares. Alle Details im Abschnitt Wanderung oben.
Montaña Arena — südlich von Lajares, ein weiterer gut erhaltener Vulkankegel mit lockerer Asche (Picón) auf den Flanken. Weniger bekannt als Calderón Hondo, dafür fast immer menschenleer. Kurzer Aufstieg, freier Blick über die Nordebene.
Molinos de Lajares — die zwei historischen Windmühlen am Ortsrand, eine gemauerte Molino und eine eckige Molina aus Holz. Bestes Fotomotiv im goldenen Abendlicht.
La Oliva — 10 Minuten landeinwärts, das historische Machtzentrum des Nordens. Casa de los Coroneles (längstes Colonialgebäude der Kanaren), Kirche mit schwarzem Lavaturm, Ecomuseo in Tefía. Alle Details auf unserer Ortsseite La Oliva.
El Cotillo — 10 Minuten westlich. Lagunen, Surfstrände, Castillo de El Tostón, Sonnenuntergänge. Alle Details auf unserer Ortsseite El Cotillo.
Corralejo & Dünen — 10 Minuten östlich. Naturpark mit Wanderdünen, Grandes Playas, Hafen, Fähre nach Lanzarote. Alle Details auf unserer Ortsseite Corralejo.
Gastronomie in Lajares
La Paneteca — die Sauerteigbäckerei des Nordens. Direkt an der Hauptstrasse, gegenüber El Goloso. Echte Masa Madre (Sauerteig), extrem lange Teigreife, kräftige Kruste — das Brot das auf Fuerteventura sonst Mangelware ist. Dazu Focaccia, Zimtschnecken, belegte Tostadas, in der offenen Backstube kann man beim Kneten zuschauen. Morgens oft Schlange bis auf die Strasse — früh kommen, die besten Brote sind schnell weg. Zweiter Standort in Villaverde.
El Goloso de Lajares — die französische Bäckerei, Institution seit Jahren. Beste Croissants, Pain au Chocolat, Tartes, frische Säfte. Morgens trifft sich hier das halbe Dorf auf einen schnellen Café con Leche vor dem Gang ins Wasser. Zweiter Standort in El Cotillo.
Mana Café — Gartencafé abseits der Hauptstrasse in einem idyllischen Innenhof mit Palmen und Kakteen. Specialty Coffee, gesunde Bowls, vegane Optionen, hausgemachter Karottenkuchen.
Clean Ocean Project Café — angeschlossen an den gleichnamigen Eco-Surfshop. Surfer-Atmosphäre, guter Kaffee, gesunde Snacks. Mit dem Erlös werden lokale Strandsäuberungs-Aktionen finanziert.
Pizzeria La Cancela — Kult-Treffpunkt im Ortskern. Hervorragende Pizzen aus dem Steinofen, unkompliziert, laut, herzlich.
Los Piratas / The Return — Live-Musik-Bar mit Burgern, Steaks und oft Rock-, Reggae- oder Jam-Sessions. Abends der Treffpunkt von Locals und Surfern.
La Jauja — kreative Tapas, traditionelle kanarische Zutaten mit moderner Note, sehr gute Fleischgerichte.
La Paneteca
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El Goloso de Lajares
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Pizzeria La Cancela
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Restaurant
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Los Pirats – The return
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Restaurant
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Hotels & Unterkünfte
In Lajares wohnt man nicht in Hotels, sondern in freistehenden Fincas und Villen aus dunklem Naturstein — oft mit eigenem Pool und Blick auf die Vulkane. Das ist der eigentliche Reiz: mitten im Norden, ruhig, mit Mietwagen in 10 Minuten an zwei verschiedenen Küsten.
Surf Rider Fuerteventura — stylisches Surf-House mit Gemeinschaftspool, grosser Küche und Aussenlounge. Perfekt um Leute kennenzulernen, Community-Atmosphäre, Boards lehnend an jeder Wand.
Private Design-Villen — über Buchungsportale finden sich in Lajares minimalistische Architektenhäuser zur Alleinnutzung. Dunkler Naturstein, weite Terrassen, Pool, Stille. Wer zu zweit oder als Familie kommt und Privatheit sucht — das ist die richtige Unterkunftsform für Lajares.
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Touren um El Cotillo
Nordküstenroute — Lajares liegt genau in der Mitte: 10 Minuten nach El Cotillo (Lagunen, Surfen, Sonnenuntergang), 10 Minuten nach Corralejo (Dünen, Grandes Playas, Inselhafen). Wer beide Küstenseiten an einem Tag sehen will, startet am besten in Lajares.
La Oliva & Kulturtour — nur 10 Minuten landeinwärts: Casa de los Coroneles (längstes Colonialgebäude der Kanaren), Kirche mit schwarzem Lavaturm, Cafetería El Patio im Kolonialinnenhof. Ideale Ergänzung für einen Vormittag.
Kombination Calderón Hondo & El Cotillo — Morgens Vulkankrater-Wanderung (1,5 Std., Berberhörnchen), Mittagessen in Lajares bei La Paneteca oder El Goloso, Nachmittag Lagunen El Cotillo, Abends Sonnenuntergang am Castillo und Dinner. Perfekter Nordtag.
Praktisches
Lage: Nördliches Inselinneres · Gemeinde La Oliva · 10 Min. von El Cotillo · 10 Min. von Corralejo
Anfahrt ab Costa Calma: FV-2 Richtung Norden → FV-10 → FV-109 nach Lajares · ca. 1 Std.
Parken: Kostenloser Parkplatz im Dorfzentrum · Wanderparkplatz Calderón Hondo am Ortsrand
Samstagsmarkt: Plaza de Lajares · samstags Vormittag · kostenlos
Calderón Hondo: Wanderparkplatz am nördlichen Ortsrand · 5,5 km · 1,5 Std. · früh starten
La Paneteca: Früh kommen · Brot oft ausverkauft
Notruf: 112
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