Mirador de Sicasumbre
Der dunkelste Himmel Europas UNESCO Starlight Reservat direkt über Fuerteventura
Geheimtipp Mirador de Sicasumbre Fuerteventura — direkt an der FV-605, ca. 20 Minuten ab Costa Calma, auf dem Bergkamm zwischen La Pared und Pájara. Der erste offizielle astronomische Aussichtspunkt der Insel: tagsüber ein grandioses 360-Grad-Panorama über den Süden, nachts einer der dunkelsten und sternklarsten Himmel Europas. Geheimtipp Mirador de Sicasumbre Fuerteventura ist der Ort wo man versteht warum die NASA die Kanarischen Inseln als eines der vier Fenster zum Universum bezeichnet.
Fuerteventura ist seit 2015 offizielles UNESCO Starlight Reserve — ein zertifiziertes Lichtschutzgebiet der Internationalen Astronomischen Union. Das ist kein Marketingtitel. Es bedeutet: der Nachthimmel über dieser Insel ist wissenschaftlich nachgewiesen einer der dunkelsten und klarsten der gesamten nördlichen Hemisphäre.
Mirador de Sicasumbre
UNESCO Starlight Reserve was das bedeutet
Das Konzept der Starlight Reserves wurde 2007 von der UNESCO-Welterbekommission und der Internationalen Astronomischen Union gemeinsam entwickelt. Zertifiziert werden nur Gebiete mit außergewöhnlich geringer Lichtverschmutzung, hoher Nebelfreiheit und nachgewiesener astronomischer Beobachtungsqualität. Fuerteventura ist die dritte Kanarische Insel mit diesem Zertifikat — nach La Palma (2007) und dem Teide auf Teneriffa.
Was das in der Praxis bedeutet: In klaren Nächten sind auf Fuerteventura bis zu 6.500 Sterne mit blossem Auge sichtbar. In einer deutschen Grossstadt sieht man vielleicht 50. Die Milchstrasse erscheint als breites, leuchtendes Band das sich über den gesamten Himmel zieht — nicht als schwacher Schimmer, sondern als echte Struktur mit Tiefe und Farbe. In Frühlingsnächten kann man von Sicasumbre aus das Kreuz des Südens am Horizont sehen — ein Sternbild das in Mitteleuropa praktisch unsichtbar ist.
Der Mirador Infrastruktur für Sterngucker
Der Mirador Astronómico de Sicasumbre ist kein einfacher Aussichtspunkt. Die Plattform wurde gezielt für astronomische Beobachtung ausgestattet:
Stativhalterungen: In der Aussichtsplattform sind feste Säulen einbetoniert auf denen Teleskope und Kameras erschütterungsfrei montiert werden können. Wer eigene Ausrüstung mitbringt, hat hier professionelle Bedingungen. Informationstafeln: Erklären die sichtbaren Sternbilder je nach Jahreszeit mit Karten und Beschreibungen. Sonnensystem-Modell: Ein maßstabsgetreues Modell des Sonnensystems auf dem Gelände. Sonnenuhren: Zwei Sonnenuhren und eine vertikale Uhr — für die Beobachtung tagsüber.
Taschenlampen-Regel: Bei nächtlichem Besuch nur Rotlicht verwenden. Weisses Licht blendet das dunkeladaptierte Auge und zerstört für ca. 20 Minuten die mühsam aufgebaute Nachtsicht — auch die der anderen Besucher. Rote Taschenlampen gibt es günstig im Fachhandel oder online.
Das Tagespanorama
Auch tagsüber lohnt der Stopp. Vom Gipfel des Sicasumbre öffnet sich ein 360-Grad-Blick über den gesamten Süden der Insel: das mächtige Bergmassiv der Montaña Cardón (695 Meter, unter Naturschutz), der Bergrücken der Degollada del Viento, bei klarer Sicht die Westküste und der Atlantik auf beiden Seiten gleichzeitig. Auf dem Weg nach oben: eine Holzpergola mit dem grossen Schriftzug „Fuerteventura“ — unvermeidliches Fotomotiv — und Ziegenskulpturen des einheimischen Künstlers Juan Miguel Cubas. Auf den Felsen überall: die kleinen, zutraulichen Atlashörnchen die bis auf wenige Zentimeter herankommen. Bitte nicht füttern — invasive Art, schädigt das Ökosystem.
Montaña Cardón der heilige Berg des Südens
Direkt gegenüber vom Mirador: das Monumento Natural de Montaña Cardón, 695 Meter, der höchste Berg des Südwestens. Für die Majos heiliger Ort — archäologische Fundstätten, Felsgravuren und Opferplätze an den Hängen. Der Berg ist nach dem Cardón de Jandía benannt — einer kaktusähnlichen Wolfsmilch die hier an den Steilhängen wächst und nur auf Fuerteventura heimisch ist. Der Gipfelaufstieg ist gefährlich und nicht markiert. Die lohnende Alternative: der Wanderweg zur Ermita de la Tanquita am Südhang — ca. 3–4 km hin und zurück, 250 Höhenmeter, ca. 1,5–2 Stunden, mittelschwer. Von der Kapelle Panoramablick über die gesamte Westküste. Jedes Jahr am ersten Maiwochenende findet hier eine Wallfahrt (Romería) der Einheimischen statt.
Tagestour der beste Tag im Süden und Inselinneren
Der Mirador de Sicasumbre liegt genau auf der Route die den Süden mit dem Inselinneren verbindet — ideal als Startpunkt oder Zwischenstopp einer der schönsten Tagestouren Fuerteventuras:
Costa Calma → Mirador de Sicasumbre — 20 Minuten auf der FV-605, Panorama und Fotostopp. → La Pared — wenige Minuten zuvor, schwarze Klippen, Surfspot, einer der schönsten Sonnenuntergänge der Insel — oder auf dem Rückweg. → Ajuy — Westküste, schwarzer Vulkanstrand, Piratenhöhlen die 100 Millionen Jahre altes Gestein zeigen, Arco del Jurado. → Pájara — das aztekische Kirchenportal das niemand erklärt, Noria, kanarisches Mittagessen bei Casa Isaitas. → Betancuria — erste Hauptstadt der Kanaren, Klosterruine, Casa Santa María, Queso Majorero direkt von der Granja la Villa auf dem Pass.
Rückfahrt ab Betancuria über die FV-30 → FV-20 zurück nach Costa Calma. Gesamtstrecke ca. 130 km, Fahrzeit ohne Stopps ca. 2,5 Stunden — mit Stopps ein voller, reicher Tag.
Anfahrt
Ab Costa Calma: FV-2 Richtung Norden → FV-605 Richtung La Pared/Pájara — Mirador liegt direkt an der Strasse auf dem Bergkamm, Km 11–12. Ca. 20 Minuten.
Ab Morro Jable: FV-2 → FV-605. Ca. 35–40 Minuten.
Ab Pájara: FV-605 Richtung La Pared — Mirador nach wenigen Minuten auf dem Pass. Ca. 10 Minuten.
Praktisches
Lage: FV-605 · Bergkamm km 11–12 · zwischen La Pared und Pájara · Gemeinde Pájara
Parken: Kostenloser Parkplatz direkt an der FV-605
Fussweg zum Gipfel: Ca. 330 Meter · 5–10 Minuten · gut befestigt
Nachts: Nur Rotlicht verwenden · warme Jacke Pflicht · Wind auf dem Kamm stark und kalt
Geführte Sternentouren: Stars by Night und andere Anbieter · Buchung vorab empfohlen
Anfahrt ab Costa Calma: ca. 20 Min. · FV-2 → FV-605
Beste Zeit: Neumond-Phase · wolkenlose Nacht · April–Oktober für Kreuz des Südens
Eintritt: Frei · jederzeit zugänglich
Notruf: 112
Shopping auf dem Rückweg
Wer vom Mirador de Sicasumbre zurück nach Costa Calma fährt — ein kurzer Stopp im CC El Palmeral lohnt sich. 1STone Art & Design mit handgefertigtem Schmuck aus Lava und Edelsteinen (Local 8), und die Gio-Leo Boutique für Mode und Accessoires (Local 10–12). Beide direkt nebeneinander.
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