Kirche Pajara
Das Portal das niemand erklärt aztekische Steinmetzkunst an einer kanarischen Dorfkirche
Geheimtipp Kirche Pájara Fuerteventura — im ruhigen Verwaltungsort Pájara, ca. 25 Kilometer von Costa Calma, eingebettet in ein Tal zwischen 600 Meter hohen Bergen. Die Iglesia de Nuestra Señora de la Regla ist das rätselhafteste Gebäude der gesamten Insel: ein Kirchenportal mit Pumas, Schlangen die sich in den Schwanz beissen, Sonnenscheiben, Federschmuck und indianischen Gesichtern — Steinmetzarbeiten die man eher in einem Aztekenmuseum vermutet als auf den Kanarischen Inseln. Geheimtipp Kirche Pájara Fuerteventura ist ein Stopp der bleibt.
Pájara wirkt auf den ersten Blick unscheinbar — gepflegte Strassen, weisse Häuser, ein ruhiger Kirchplatz mit alten Bäumen. Keine grosse Emotion, kein Wow. Aber dann steht man vor dem Portal — und plötzlich hat der Ort eine Geschichte, auch wenn man sie nicht vollständig versteht.
Das Portal
Das Portal das Rätsel aus Stein
Baubeginn vor 1687 — das Datum ist am Portal eingraviert — fertiggestellt 1733. Auf den ersten Blick eine schlichte, weiss getünchte Dorfkirche. Dann sieht man das Portal: Pumas, Schlangen die sich in den Schwanz beissen (Ouroboros), Sonnenscheiben, Federschmuck, indianische Gesichter — Steinmetzarbeiten die auf den Kanarischen Inseln einmalig sind.
Historiker rätseln bis heute über den genauen Ursprung. Die wahrscheinlichste Theorie: ein reicher Rückkehrer aus Lateinamerika finanzierte den Bau und brachte Kunsthandwerker oder Entwürfe mit. Eine andere: der unbekannte Künstler inspirierte sich an Iconologia, dem Standardwerk der Renaissancekunst von Cesare Ripa (1593) — darin empfahl Ripa ausdrücklich die Verwendung indianischer Motive für allegorische Darstellungen. Das Rätsel ist bis heute nicht vollständig gelöst. Das Portal bleibt einzigartig auf den Kanaren.
Kurioses Detail: die Schutzheilige Virgen de la Regla wird auch in Havanna und der kubanischen Stadt Regla als Patronin verehrt — die kulturelle Verbindung zwischen den Kanaren und Kuba reicht Jahrhunderte zurück.
Das Kircheninnere
Zwei parallele Kirchenschiffe, kunstvolle Holzschnitzereien, ein goldener Barockaufsatz im Mudéjar-Stil. Das Innere ist deutlich ruhiger als das Portal vermuten lässt — weiss, still, konzentriert. Gegen eine kleine Aufwandsentschädigung schalten die Kirchenwächter die Scheinwerfer ein die den Innenraum erst vollständig zeigen. Öffnungszeiten: täglich 11–13 Uhr und 17–19 Uhr. Eintritt frei.
Der Kirchplatz & der Ort
Die Plaza de Nuestra Señora de la Regla mit riesigen alten Bäumen, Bougainvillea, Bänken — mittags spielen die Kinder hier, nachmittags sitzen die Einheimischen vor der Bar. Direkt daneben: eine restaurierte Noria — ein Wasserrad aus dem 19. Jahrhundert, früher mit Eseln oder Kamelen betrieben um Wasser für die Felder zu fördern. Eines der stimmungsvollsten Fotomotive im Inselinneren.
Pájara ist reich — nicht durch eigenen Tourismus, sondern durch die Steuereinnahmen der Hotelbetten in Costa Calma, Jandía und Morro Jable. Die Gemeinde Pájara ist die flächenmässig grösste der Insel und umfasst die gesamte Halbinsel Jandía. Das Ergebnis: makellos gepflegte Grünanlagen, schöne Kanarenhäuser — ohne Souvenirläden, ohne Gedränge.
Museo Pepe Dámaso
Im restaurierten ehemaligen Pfarrhaus direkt am Kirchplatz — das Espacio de las Artes Pepe Dámaso. Pepe Dámaso gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler der Kanaren, enger Wegbegleiter von César Manrique. Über 60 Werke zu kanarischer Identität, Migration und der Verbindung zu Afrika. Mo–Fr 09–13 Uhr, Eintritt kostenlos.
Gastronomie in Pajara
Restaurante Casa Isaitas — in einem traditionellen Kanarischen Landhaus mit zwei Innenhöfen. Fleisch direkt in der Küche aussuchen, Ziegengulasch (Carne de Cabra), hausgemachte Eintöpfe. Herzlich, familiär, authentisch.
Ca Luisa — direkt an der Kirche. Hausgemachte kanarische Kost in modernem Ambiente — perfekt für verspätetes Frühstück oder Kaffee nach dem Kirchenbesuch.
Bar La Pausa — am Kirchplatz. Leche y Leche bestellen: Espresso mit normaler Milch und süsser Kondensmilch — typisch kanarisch, hier lernt man es.
Restaurante Casa Isitas
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Ca Luisa
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Bar la Pausa
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Anfahrt
Ab Costa Calma: FV-2 Richtung Norden → Abzweigung FV-605 Richtung Pájara. Ca. 25 Minuten.
Ab Corralejo: FV-1 → FV-10 → FV-30 → FV-605. Ca. 80 Minuten.
Ab Morro Jable: FV-2 → FV-605. Ca. 40 Minuten.
Praktisches
Lage: Inselinnere Südwest · Gemeinde Pájara · ca. 25 km von Costa Calma
Kirche: Täglich 11–13 Uhr & 17–19 Uhr · Eintritt frei · Scheinwerfer gegen kleine Spende
Museo Pepe Dámaso: Mo–Fr 09–13 Uhr · kostenlos
Parken: Kostenlos hinter der Kirche oder an der Hauptstrasse
Siesta: 13–16:30 Uhr fast alles geschlossen
Anfahrt ab Costa Calma: ca. 25 Min. · FV-2 → FV-605
Kombination: Ajuy (schwarzer Strand & Piratenhöhlen) nur wenige Minuten westlich
Notruf: 112
Shopping auf dem Rückweg
Wer von Pajara zurück nach Costa Calma fährt — ein kurzer Stopp im CC El Palmeral lohnt sich. 1STone Art & Design mit handgefertigtem Schmuck aus Lava und Edelsteinen (Local 8), und die Gio-Leo Boutique für Mode und Accessoires (Local 10–12). Beide direkt nebeneinander.
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